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Schau mer mal

Die sichere Seite

Die Stiftung Warentest hatte sich erlaubt, die WM-Fussballstadien auf ihre sichere Benutzbarkeit und Kundenfreundlichkeit hin zu überprüfen.

Weil das Ergebnis bei einigen wenigen Stadien nicht im Sinne der WM-Organisatoren ausgefallen ist, war das Geschrei groß. Nicht etwa über die festgestellten Mängel, sondern über die Frechheit der Stiftung Warentest, überhaupt Kritik zu üben. Sogar der Franzl Beckenbauer, dessen Sachverstand, wie bei Kaisern üblich, für deutsche Journalisten schon seit Jahren über alle Zweifel erhaben ist (egal zu welchem Thema), hat a bisserl auf die Warentestler g’schimpft.

Mich hat die scharfe Reaktion verwundert. Zufällig habe ich mal in einem Stadion live miterlebt, wie es aussieht, wenn Menschenmassen auf Treppenstufen außer Tritt geraten und buchstäblich eine Lawine in Bewegung gerät.

Und wie ich meiner Tageszeitung entnehmen konnte, erwägt der Bundesinnenminister zum Zwecke der WM-Sicherheit sogar den Einsatz von Bundeswehr und AWACS-Überwachung (wofür vermutlich der Steuerzahler aufzukommen hat) – da sollte doch, wie ich finde, wenigstens auch dem Sicherheitsaspekt bei den Abmessungen von Treppenstufen oder Geländern an öffentlichen Gebäuden Genüge getan sein. Lieber ein Fragezeichen zuviel, als eins zuwenig.

Ich meine, bei den Eintrittspreisen ist das allemal zu verkraften.

Auswärtstaktik

Fussball ist unser Leben

Manche Tage verlaufen wie ein Auswärtsspiel.

Eines von der Sorte, bei dem sie einen von Anfang an unter Druck setzen. An solchen Tagen will einfach nichts klappen. Man bekommt den Ball nicht hinten raus. Ständig hat man die Querschläger vorm eigenen Tor. Man ist voll und ganz mit dem Ausputzen beschäftigt. Von Spielaufbau keine Spur. Dazu grätschen sie einem von hinten in die Beine, und der Schiedsrichter sieht nichts davon. Man sehnt den Halbzeitpfiff herbei.

Nach dem Pausentee dasselbe Bild.

Es fehlt die zündende Idee. Der Gegner dreht jetzt erst richtig auf. Es reicht nur noch zu Befreiungsschlägen. Kein Impuls aus der Tiefe des Raumes. An Arbeitstagen, die wie schlechte Auswärtsspiele verlaufen, ist sowas zu wenig. Vor allem, wenn auch der Trainer keinen Plan hat. Es ist, als spielte man nur mit neun Mann.

Zu allem Unglück droht auch noch die Verlängerung.

Dann, kurz vor dem Ende, bricht einer von uns vorne durch und macht den Treffer.

Jetzt geht ein Ruck durch die Mannschaft. Jetzt stehen wir wie ein Mann. Jetzt retten wir das Ding über die Nachspielzeit. Jetzt halten wir kompromisslos dagegen. Schließlich, endlich: Abpfiff, Erleichterung. Grenzenloser Jubel.

Wir haben es von Anfang an gewusst: das Ding ist zu schaukeln. Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit. Unsere Taktik ging schließlich auf. Wir konnten den Gegner perfekt ausrechnen. Wir hatten ihn von Anfang an im Griff. Unser Gefühl für den richtigen Zeitpunkt, das ist unsere Stärke. Wir wussten es im Grunde. Und hat nicht ein zweiter Treffer durchaus im Bereich des Möglichen gelegen?

Mit uns wird man jedenfalls wieder rechnen müssen.

Das muss gefeiert werden. Heute abend gehen wir einen trinken und gucken das Europapokalspiel. Das haben wir uns redlich verdient.
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